Montag, 10. Oktober 2016

Die Tage, die ich Dir verspreche von Lily Oliver



Klappenbroschur, Knaur TB 
01.09.2016, 368 S.

Wie fühlt es sich an, das Herz eines Fremden in sich zu tragen? Dieser Frage widmet sich Lily Oliver in ihrem bewegenden Roman "Die Tage, die ich dir verspreche".

»Du hast Glück, Gwen, alles wird gut, Gwen.« Seit ihrer Herztransplantation hört Gwen nichts anderes mehr. Doch statt überschäumender Lebensfreude fühlt sie nur Schuld gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. Und so fasst sie in einer besonders verzweifelten Nacht einen ungeheuerlichen Plan: Sie will ihr neues Herz verschenken und sterben. Ihr entsprechendes Angebot in einem Internetforum liest dessen Moderator Noah, ein junger Student, der keinen großen Sinn in seinem Leben sieht. Er hält ihr Angebot für einen üblen Scherz, geht aber zum Schein darauf ein. Erst als Gwen am nächsten Tag vor ihm steht, um ihn beim Wort zu nehmen, erkennt er, wie schrecklich ernst es ihr ist. Nur mit einem gewagten Handel und einer furchtbaren Lüge kann er ihr das Versprechen abringen, ein paar weitere Tage durchzuhalten. Tage, in denen Noah alles daran setzen muss, Gwen von etwas zu überzeugen, woran er selbst kaum noch glaubt: Dass das Leben lebenswert ist.


Meine Meinung:
Ich bin durch den Klappentext und das Cover auf das Buch aufmerksam geworden und hatte mein Interesse geweckt. 

Mich interessiert bei solch einer Thematik immer sehr das Gefühlsleben, also die Psyche, des Protagonisten, das hatte ich mir vom Buch erhofft. 

Ich bin sehr schnell in die Geschichte rein gekommen, der Schreibstil ist auch durchaus flüssig. Die Geschichte beginnt während der Reha-Kur von Gwen und man lernt erst einmal Gwen, ihre ebenfalls kranke Freundin Leni und ihre Familie kennen. Man merkt sehr schnell, dass es Gwen psychisch mit der Transplantation nicht so gut geht, auch wenn jedermann in ihrem Umfeld davon ausgeht, dass sie ja jetzt der glücklichste zufriedenste Mensch sein müsste, nachdem durch diese Herztransplantation ihr Leben gerettet werden konnte. 

Vom Klappentext her hatte ich mit einer etwas älteren Protagonistin gerechnet, was mir ehrlich gesagt lieber gewesen wäre. Unpassend fand ich außerdem die recht häufigen "erotischen" Ausführungen, diese haben einfach nicht zu Geschichte gepasst. Auch war mir die Hauptprotagonistin Gwen zu naiv, was wahrscheinlich auf ihr junges Alter zurückzuführen ist. 

Alles in allem fand ich die Thematik sehr interessant, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht so ganz überzeugen. Ich hatte mir auch ein bisschen mehr Ausführungen über das Gefühlsleben der Protagonistin gewünscht, in diesem Buch stand aber sehr schnell nur die Liebesgeschichte und das Liebesleben im Vordergrund. Daher möchte ich das Buch mit 3,5 Sternen bewerten. 




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