Montag, 9. Oktober 2017

Und Du bist nicht zurückgekommen von Marceline Loridan-Ivens





D: 10,00 € 
A: 10,30 € 
CH: 14,90 sFr

Erschienen: 10.04.2017
suhrkamp taschenbuch 4766, Taschenbuch, 109 Seiten


Zum Buch: 


Inhalt

Marceline ist fünfzehn, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie nach Birkenau, er nach Auschwitz. Sie überlebt, er nicht. Siebzig Jahre später schreibt sie ihm einen Brief, den er niemals lesen wird. 
Einen Brief, in dem sie das Unaussprechliche zu sagen versucht: Nur drei Kilometer sind sie voneinander entfernt, zwischen ihnen die Gaskammern, der Hass, die ständige Ungewissheit, was geschieht mit dem anderen? Einmal gelingt es dem Vater, ihr eine kleine Botschaft auf einem Zettel zu übermitteln. Aber sie vergisst die Worte sofort – und wird ein Leben lang versuchen, die zerbrochene Erinnerung wieder zusammenzufügen. 
Marceline Loridan-Ivens schreibt über diese Ereignisse und über ihre unmögliche Heimkehr, sie schreibt über ihr Leben nach dem Tod, das gebrochene Weiterleben in einer Welt, die nichts von dem hören will, was sie erfahren und erlitten hat. Und über das allmähliche Gewahrwerden, dass die Familie ihren Vater dringender gebraucht hätte als sie: »Mein Leben gegen deines.«
Und du bist nicht zurückgekommen ist eine herzzerreißende Liebeserklärung, ein erzählerisches Meisterwerk, ein einzigartiges Zeugnis von eindringlicher moralischer Klarheit – das wohl letzte Zeugnis seiner Art.

Meine Meinung:

Ich bin auf dieses Buch durch eine Rezension aufmerksam geworden. Freundlicherweise wurde mir das Buch vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt, welches allerdings ein anderes Aussehen hat als das obige Cover. Das obige Cover gefällt mir wesentlich besser. 

Die Autorin erzählt von ihren eigenen Erlebnissen im 2. Weltkrieg, als sie zusammen mit ihrem Vater ins Lager kommt. Sie sollen sich bald darauf leider niemals wiedersehen. 

Sie beschreibt sehr eindrücklich ihre Gefühle, die sie damals und auch heute noch hat. Man hat ihr deutlich anmerken können, wie stark sie diese Zeit für ihr ganzes weiteres Leben, welches zum Glück noch lange anhielt und es immer noch tut, geprägt hat. 

Dieses Buch ist ein wichtiges Zeitdokument, welches wohl nie seine Aktualität und Wichtigkeit verliert. 

Ich bin der Meinung, dass eine Zeitzeugin es viel nachdrücklicher schildern kann als ein Schriftsteller, dem aufgrund seines jungen Alters nur die Recherche bleibt. Man hat einfach bei jedem Wort gespürt, dass es ihre eigene Lebensgeschichte darstellt. Vielleicht wäre es sogar gut als Schullektüre im Geschichtsunterricht geeignet. 

Alles in allem hat mir dieses autobiographische Buch sehr gut gefallen. Ich kann hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung für alle Leser geben, die sich ein wenig mit Zeitgeschichte befassen möchten. Von mir bekommt das Buch 4 Sterne. 


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